Schulterblicke: Jannike Stöhr (30 Jobs in einem Jahr)

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Eine Reise mit 30 Jobs in einem Jahr

Jannike Stöhr testete innerhalb eines Jahres dreißig verschiedene Jobs und reiste quer durch Deutschland. Sie versuchte sich unter anderem als Erzieherin, Fernsehproduzentin, Reiseleiterin, Biobäuerin, Start-up-Gründerin, Architektin, Pathologin, Tanzlehrerin, Pastorin, Tischlerin, Politikerin oder Hebamme. Nebenbei recherchierte Jannike Jobs, die sie ausprobieren wollte, wählte die Personen aus, die sie in ihrem Beruf begleiten würde und suchte nach Unterkünften. Das Projekt veränderte ihr Leben grundlegend und eröffnete ihr neue Sichtweisen. Obwohl jeder einzelne neue Job Vorfreude weckte, hatte sie auch mit Herausforderungen zu kämpfen. Während des Projektes verdiente die Jobtesterin kaum Geld, lebte von Ersparnissen und vermisste aufgrund der vielen Ortswechsel auch eine gewisse Konstanz. Dennoch sammelte Jannike wertvolle Erfahrungen, die sie bei ihrer Berufsberatung „talk-to-me.online“ nutzt, um Menschen online bei der Berufswahl zu unterstützen. 

ÜBER Magazin: Hallo Jannike. Du hast innerhalb eines Jahres dreißig verschiedene Jobs ausprobiert. Wie waren die Reaktionen deiner Freunde/Familie/Bekannten auf dein Projekt?Jannike Stöhr: Meine Freunde fanden es gut, haben aber gesagt „für uns ist das nichts“. Und meine Familie hat das eigentlich schon vermutet, aber die ganze Geschichte, wie es dahin gekommen ist, war ja keine Kurzschlussreaktion. Die wussten ja schon einiges darüber. Grundsätzlich waren die Reaktionen auf mein Projekt also positiv, auch wenn keiner es selbst hätte machen wollen.

Hat sich deine Einstellung zum Leben nach dem Projekt verändert?
Auf jeden Fall. Ich bin spontaner und auch offener geworden und bin zuversichtlicher. Und ich habe heute weniger Angst vor Fehlern.

Du hast ein Buch geschrieben und berätst Menschen dabei, ihren Traumberuf zu finden, das bezeichnest du als aktuellen Job. Was macht einen Traumjob aus? Meinst du temporäre Jobs sind besser?
Einen Traumjob macht aus, dass er einen erfüllt. Dass man einen Sinn in ihm sehen kann, dass man seine Talente einbringen kann und dass er dann auch noch Spaß macht.
    Ich denke, dass sich die Jobs, die uns erfüllen, auf jeden Fall im Laufe unseres Lebens verändern können, weil sich auch unsere Persönlichkeit weiterentwickelt. Von daher können sich auch die Jobs, die uns erfüllen, verändern. Neulich habe ich von einer Studie gehört, in der es hieß, dass die heutigen Arbeitnehmer durchschnittlich zwei bis drei verschiedene Jobs, in Zukunft aber durchschnittlich 14 Arbeitsverhältnissen haben werden. Aber ich sehe darin kein Problem in Bezug auf den Traumjob.
    Manche brauchen viel Abwechslung, manch anderer bevorzugt die Sicherheit durch das Können. Beides hat Vorteile. Wenn man mehrere Jobs hatte, bekommt man einen breiteren Einblick, sodass man seine Scheuklappen ein bisschen verliert und mehr Dinge miteinander verknüpfen kann. Wenn man hingegen einen Job hat, baut man natürlich Expertenwissen auf. Der Trend führt aber eher weg von der geradlinigen Karriere. 

Welche Seiten an Jobs, die du kennenlernen durftest, haben dir nicht zugesagt? 
Mir haben alle Jobs gut gefallen. Da ich ausschließlich leidenschaftliche Menschen begleitet habe, hatte ich immer einen positiven Blick auf die Jobs. Deswegen konnten sie nur mehr oder weniger passend für mich sein, aber nicht gut oder schlecht.

Du hast auch viele Einblicke in das Leben anderer Menschen bekommen. Ist mehr geblieben als der kurze Einblick?
Ja, natürlich viele Geschichten, die ich immer wieder erzählen kann. Außerdem habe ich viele Fähigkeiten erworben, die mir jetzt zugutekommen. Neben vielen Erkenntnissen und anderen Sichtweisen sind mir aber auch Freundschaften und Verbindungen mit wunderbaren Menschen geblieben.

Du berätst Menschen, wie sie Ihren Traumberuf finden. Bist du davon überzeugt, dass es für jeden Menschen den einen perfekten Job gibt?
An den einen Traumjob glaube ich heute nicht mehr. Ich denke, dass es für jeden verschiedene Jobs beziehungsweise Tätigkeiten gibt, die ihn erfüllen können. Aber, dass es etwas gibt, das uns erfüllt – davon bin ich überzeugt. Man muss es nur finden, beziehungsweise sich selbst kennenlernen, um es zu finden. Ich habe nicht meinen einen Traumjob gefunden, sondern Tätigkeiten, die mich erfüllen. Und die übe ich jetzt aus. Damit bin ich sehr glücklich

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Jannike Stöhr 

arbeitete nach ihrer Ausbildung zur Bürokaufrau und einem Studium der Wirtschaftswissenschaften als Personalerin in China und Deutschland. Als sie feststellte, dass es „das noch nicht ist“, begab sie sich 2014 auf die Reise ihres Lebens und auf die Suche nach ihrem Traumjob: 30 Jobs in einem Jahr. 

Folgt dem Weg von Jannike Stöhr auf ihrem Blog und bei Facebook.


Schulterblicke: Pablo Alfieri

by Über Magazin


Es begann mit seinen Bildern als Moods, um Inspiration für die Gestaltung der neuen Ausgabe zu erhalten. Im Laufe der Gestaltung stellte sich jedoch heraus, dass Pablos Fotos nicht einfach nur als Beigabe im Heft enthalten sein sollten – eines seiner Fotos sollte das Cover werden! 
Daher soll Pablo nun auch den Abschluss der "Schulterblicke" Reihe darstellen und wir freuen uns, euch den Fotografen unseres Covers vorzustellen:

 

How would you describe yourself?
I’m a Director of commercials focused on Art Direction and Set Design. I also do still life and I’m a typography lover.

What did you do in which ÜBER-issue?
The cover!

Where are you right now?
In the kitchen of my house, drinking a coffee, having breakfast. At the same time I enjoy some lovely songs of Jose Gonzalez.

What are you really passionate about right now? What takes up a lot of your time?
After 6 years working in an amazing motion studio called Plenty, a studio that I co-founded, where I gained a lot of experience and knowledge as Designer, Art & motion Director I decided to follow a new dream: To do live action & mixed media commercials. What is filling my soul is a strong passion for set design.

There are a lot of places worldwide – what’s your most favorite place to be?
Of course my city, Buenos Aires. Its an amazing city that never sleeps with tons of things to do. As Berlin, Barcelona, Melbourne or London, Buenos Aires is a big city full of culture and a strong passion for arts and design. In fact there are amazing studios and really well known artists.

What do you need to be happy?
Going to Avellaneda, the city where I was born and have a lovely lunch with my family. Being invited to my friends at home. Going on holidays with my lovely girl and work – work for what I love, work for what fills my soul.

How would you describe you perfect day?
haha his is a difficult one... the perfection is something the human being hast to understand, that ist impossible to reach. We are constant nonconformist but this is what moves us forward and makes us take new challenges. If I have to think of a perfect day it is a mix of the things that make me happy and finish it watching and listening to a Radiohead concert ;)

If you could choose to meet one particular person, who would that be and why?
There are so many talented people around the world that it's really difficult to choose one. At these days it would be awesome to have a lovely talk with Thom Yorke.

What’s the most exciting thing you experienced in your life?
wow, exciting for good or for bad!? Haha maybe the best things that happened in my career is when I go to design conferences and talk to tons of students and receive their love and their questions, their interest about my work. I really love to give talks cause it was one of the things that touched me when I was a 20 year old guy without undertstanding, knowledge and skills. It was so inspiring to listen to the best designers around the world.

Is there a question you are always wondering about?
when the religion will disappear of our lives.

If you could choose one quote you like, which you would’ve loved to say by yourself. Which one would that be?
mmm I’m not a quote guy... but the other day I read one of Jessica Walsh that really touched me. Stop to use the computer and start to make shit. Is really important for me to do analogue and tactile things, skip digital tools and experiment, play, have fun – the only way to do amazing things!

Viele weitere Informationen über Pablo und Einblicke in seine Arbeit findet ihr unter: Be.net/playful oder Vimeo.com/helloplayful, sowie auf seinen Social Media Acoounts auf Instagram, Twitter & facebook.


Schulterblicke: Jakob und Nils von TypeMates

by Über Magazin


TypeMates – das sind Jakob Runge und Nils Thomsen, die ihre große Leidenschaft, die Typographie zum Beruf gemacht haben. Gemeinsam gestalten sie Schriften für diverse Kunden.
Auch wir haben bereits ihre Schriften für das Magazin genutzt und wollen euch somit Jakob und Nils vorstellen, da sie dadurch ebenfalls ein wichtiger Teil des Magazins sind.

 

Wer sind die TypeMates?
Die TypeMates, das sind der Hamburger Nils Thomsen und der Müncher Jakob Runge. Gemeinsam betreiben die beiden Schriftgestalter die Foundry TypeMates und gestalten neue Fonts für Editorial und Corporate Design. 

In welchem ÜBER-Magazin habt ihr was gemacht? 
Jakob: Ehrlich gesagt, wir haben keine Beiträge zum Magazin beigetragen – aber Schriften gemacht, die dort verwendet werden ;-)
In der Ausgabe #8 werden die Headlines in meiner »Cera« gesetzt, im aktuellen Magazin kommt noch die »Cera Brush« ins Spiel und vielleicht sehen wir bald eine unserer Textschriften in einem der nächsten ÜBER-Magazine. 

Wo befindest ihr euch in diesem Moment?
NILS: Gerade stehe ich zu hause und schaue auf die Dinge die ich in meinen Rucksack packen möchte, da es über Himmelfahrt nach Paris geht. 

Was ist momentan eure größte Passion; was nimmt am meisten eurer Aufmerksamkeit in Anspruch?
Jakob: Schriftsysteme gestalten und jedes noch so kleine Zeichen darin feinschleifen – das ist unsere Passion. Aktuell sind wir auch dabei unseren eigenen Shop für Schriften zu planen und betreten damit viel Neuland, was interessant aber auch zeitintensiv ist. 

Nils: Schrift ist seit meinem 14 Lebensjahr eine große Passion. Es fing mit Grafitti in der Schule an und stolperte über ein Grafikdesign Studium bis in die Professionalität. 

Bei all den Städten, Ländern, Flüssen - Was ist euer Lieblingsort auf der Welt? 
NILS: Glaskogen! Ein Naturreservat in Südschweden, welches alle Landschaftszüge zeigt, die man in gesamt Schweden finden kann. Vom Sonnenbaden bis zu winterlichen Skiwanderungen ist dort wirklich alles möglich. 

Von Schokolade über Seifenblasen bis hin nach Bhutan - Was braucht Ihr zum Glücklich sein?
Jakob: Da reicht auch schon oft ein ein Brotkanten und ein Stück Hartkäse aus. Mit ein paar Kalamata-Oliven, einem kurzem Aufstieg und der entsprechenden Aussicht abgerundet. Perfekt. 

Nils: Körperliche Aktivität die einen spüren lässt das man lebt, oder einfach nur ein Lagerfeuer und ein Flensburger. 

Wie würdet ihr einen perfekten Tag beschreiben?
Nils: Mit den ersten Sonnenstrahlen aus dem Zelt kriechen, eine Kaffee aus Quellwasser kochen – erstmal die Zeit genießen. Erschöpft mit dem Sonnenuntergang einschlafen. 

Was war das aufregendste, was ihr bisher im Leben erlebt habt?
Nils: Interessante Frage! Ich denke dazu passt eine Geschichte aus Marokko. Ein Freund und ich fuhren mit dem Mietwagen über eine absolute Piste, durchs Tal – links und rechts Gebirge. Die Strasse wurde enger und enger und der Sand wurde immer mehr zu faustgroßen Steinen. Weit und breit war nichts zu sehen, außer hin und wieder ein Esel, mitten im nichts an einen Kaktus gebunden. Obwohl uns vorher alle Marokkaner abgeraten hatten diesen Weg zu nehmen, mussten wir es versuchen. Es gab kein Handyempfang und die Nomaden die ab und zu neben dem Auto rannten sprachen arabisch, aber grinsten noch viel häufiger.
Nach etwa drei Stunden Fahrt wies ein Kreide Pfeil auf einem etwas größeren Stein auf ein Loch in der Straße hin. Ein Fluss hatte die gesamte Straße weggespült. Umgeleitet durch das Flussbett landeten wir auf einer Treckerspur. Die fahrt schien zu Ende doch wir wollten nicht aufgeben und einen neun Stunden Umweg in Kauf nehmen. Somit räumten wir die Steine aus dem Weg. Doch es wurden immer mehr Steine.
Plötzlich tauchte ein Motorrad am Horizont auf. Es verlief sich hin und wieder, doch stand irgendwann neben uns. Ein Engländer – ganz cool. Wir sollten uns keine Sorgen machen, er fährt jetzt vor und falls es nicht mehr weitergeht dreht er um und sagt uns bescheid. – Es ging weiter 

Gibt es eine Frage, die Ihr euch selbst immer stellt?
Jakob: Warum ist immer so schnell Feierabend? Ich wollte doch noch diese drei Buchstaben nach oben schieben und die andern zwei nen Hauch leichter machen ... 

Welches Zitat hätte eigentlich von euch sein sollen?
Nils: In der Kürze liegt die Würze.

 

Viele weitere Informationen zu den TypeMates findet ihr unter typemates.com. Oder auf ihren Sozialen Profilen auf TwitterFacebook und Instagram.